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BEBEL GILBERTO Es ist nicht einfach, das Kind berühmter Eltern zu sein. Wahrscheinlich kann man sein Leben lang machen, was man will – das Ego und das Selbstwertgefühl werden immer in dem großen Schatten stehen, den der Erfolg der Vorfahren wirft. Bebel Gilberto ist da keine Ausnahmen. Als Tochter von Miúcha und João Gilberto (der zuvor bereits mit Astrud Gilberto verheiratet war) stammt sie gleich von zwei der größten Namen der brasilianischen Musik ab. Dass sich außerdem praktisch der ganze Rest der legendären Bossa Nova Szene in diesem Haushalt die Klinke in die Hand gegeben haben, hat ihre Karriere zwangsläufig geprägt und bestimmt. Vielleicht begann sie ihren Weg auch deshalb abseits der offensichtlichen Möglichkeiten, die sie in Brasilien gehabt hätte, denn lange bevor sie ihr eigenes erstes Album veröffentlicht hat, lieh sie ihre Stimme dem Ex-Deee Lite Mann Towa Tei für dessen erstes Solo Album. Die auf „Future Listening“ von 1994 zelebrierte Mischung aus Bossa-Vergangenheit und zeitgenössischen elektronischen Einflüssen läutete die Bossa-Renaissance der 90er Jahre ein – und bestimmt seitdem ihr Schaffen. Bebel Gilberto ist eine Grenzgängerin der Genres und nicht zufällig erscheinen zu ihren Alben regelmäßig elektronische Remixe. Sie arbeitet auch gerne mit Produzenten verschiedenster Szenen zusammen, wie z.B für ihr drittes Album „Momento“ von 2007 – unter Mithilfe von unter anderem den Brazilian Girls und Guy Sigsworth (Björk, Madonna) entstanden, wie immer bei ihr, makellos schöne Melodien. Dass sie sogar damals, während der Interviews zur Veröffentlichung von „Memento“ noch immer mit sich und ihren Fähigkeiten gehadert hat, ist regelrecht tragisch. Denn mittlerweile gehört Bebel – nicht nur wegen ihres Namens – zu den besten und erfolgreichsten Gegenwartskünstlern des Bossa. Das neueste Album „All In One“ aus dem vorigen Jahre unterstreicht das. Man kann ihr nur wünschen, dass diese Anerkennung auch eines Tages in ihrer Seele ankommt
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