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Liebe Zuschauer,
im Jahr 2005 traf ich eine Auswahl an Filmen, die in meinen Augen von großer Bedeutung für die Thematik der Schwarzen in der brasilianischen Gesellschaft sind und rief in Berlin die Filmreihe „O Negro no Cinema Brasileiro“ ins Leben.
Im darauffolgenden Jahr konnten wir die Beiträge bereits in einem größeren Kino zeigen und weckten mit unserer Idee einer Filmreihe, in der Afro-Brasilianer und ihre Kultur durch Schauspieler, Regisseure und Produzenten dieser ethnischen Gruppe vertreten sind, das Interesse der lokalen Presse und des Publikums.
Im November 2007 konnten wir uns nicht nur über noch größeren Anklang beim Publikum und der Presse, sondern auch über die Unterstützung der Brasilianischen Botschaft in Berlin freuen.
Dank dieser war es uns möglich, unser Filmangebot sowohl qualitativ als auch quantitativ zu erweitern und somit das „Brasilianische Filmfestival Cinebrasil“ zu erschaffen. Um dieses Ereignis gebührend zu feiern, luden wir den Sänger und Schauspieler Seu Jorge ein, der zur Eröffnung des Festivals in Berlin ein Konzert gab.
Im vierten Veranstaltungsjahr konnten unsere Zuschauer den Sänger Luiz Melodia nicht nur live beim Festivalkonzert, sondern auch als Schauspieler im Film „Casa de Areia“ erleben.
Die Beteiligung der Brasilianischen Botschaft, die erstmals als Co-Organisator der Veranstaltung fungierte, sowie die Unterstützung seitens der Regierung des Bundesstaates Bahia und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Bahias IRDEB (Instituto de Radiodifusão Educativa da Bahia) halfen uns, das „Filmfestival Cinebrasil“ bei Publikum und Presse zu etablieren und es zu einem festen Bestandteil der Berliner Kulturszene zu machen.
Im Jahr 2008 gelang es uns zum ersten Mal, das „Filmfestival Cinebrasil“ nicht nur in Berlin, sondern auch in sechs weiteren Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu präsentieren.
Dieses Jahr wird das „Filmfestival Cinebrasil“ in 14 deutschen Städten sowie in der Schweizer Stadt Bern zu Gast sein. Es ist mir ein besonderes Vergnügen, gemeinsam mit Ihnen das fünfjährige Jubiläum unseres Festivals zu feiern, an dessen Grundgedanken ich weiterhin fest glaube. Die Tatsache, dass wir jedes Jahr neue Partner für unsere Idee gewinnen und mit ihrer Hilfe ein ständig wachsendes Publikum für das brasilianische Kino begeistern können, stimmt mich zuversichtlich.
Das „Filmfestival Cinebrasil 2009“ setzt sich aus sechs Spielfilmen zusammen, die jeweils von einem Kurzfilm zu Beginn jeder Vorführung begleitet werden.
Für das diesjährige Programm wurden Filme ausgewählt, die zwar typisch brasilianische Themen behandeln, aber gleichermaßen auch von einer gewissen Universalität zeugen, da sie Parallelen zu den gesellschaftlichen Verhältnissen anderer Länder aufweisen.
Der preisgekrönte Film „O Ano Em Que Meus Pais Saíram de Férias“ von Cao Hamburger erzählt von den Sorgen und Ängsten eines kleinen Jungen, der in der jüdischen Gemeinschaft São Paulos zur Zeit der brasilianischen Militärdiktatur aufwächst und befasst sich auf subtile Weise mit der Rolle der Schwarzen innerhalb dieser Gesellschaft. Er wird zusammen mit dem Kurzfilm „Truques, Xaropes e Outros Artigos de Confiança“ des Regisseurs Eduardo Goldenstein gezeigt.
Der Kurzfilm „Entre Paredes“ von Eric Laurence wird die Zuschauer auf den Film „Zuzu Angel“ von Sérgio Resende einstimmen, der die Verzweiflung einer Mutter auf der Suche nach ihrem verschwundenen Sohn thematisiert. Um Antworten auf die zahlreichen Fragen zu finden, die nicht nur die Menschen in Brasilien, sondern auch in allen anderen von Militärdiktaturen gezeichneten Ländern noch bis zum heutigen Tage beschäftigen, präsentieren wir Ihnen den Dokumentarfilm „Memória Para Uso Diário“ der Regisseurin Beth Formaggini in Verbindung mit dem Kurzfilm „Clandestinidade“ von Rodrigo Gueron.
Unser langjähriger Freund und Weggefährte Joel Zito Araújo wird im Anschluss an den Kurzfilm „Mistério da Japonesa“ von Beto Carminatti und Pedro Merege seinen neusten Dokumentarfilm „Cinderelas, Lobos e um Príncipe Encantado“ vorstellen, in dem er über die Sehnsüchte und die harte Realität vieler Brasilianerinnen berichtet, die bereits nach einer kurzen Begegnung mit einem europäischen Touristen vom Weg ins Glück träumen.
José Henrique Fonseca stellte uns freundlicherweise sein elektrisierendes Werk „O Homem Do Ano“ zur Verfügung, das – begleitet vom Kurzfilm „Bala Na Marca do Penalti“ von Alexandre Dacosta“ – beim Publikum sicherlich für soviel Nervenkitzel sorgt, dass es anschließend erst einmal das Bedürfnis nach etwas Entspannung bei einem guten Film über Liebe, Freundschaft und die wahren Werte des Lebens verspürt. Genau diese Themen sind es, die in Roberto Bomtempos Debütfilm „Depois Daquele Baile“ und im Kurzfilm „O Amor do Palhaço“ im Mittelpunkt stehen und unser Festivalprogramm abrunden.
Ich hoffe, dass unser Programm Ihnen auch diesmal wieder Gelegenheit sowie neue Anregungen zum Nachdenken bietet und dass sie unsere Mühen zur Förderung des brasilianischen Kinos zu schätzen wissen. Mit Sicherheit wäre dieser Erfolg ohne die Unterstützung des Brasilianischen Außenministeriums, der Brasilianischen Botschaft in Berlin, die Zusammenarbeit mit unseren Partnern, Regisseuren und Produzenten und nicht zuletzt die Unterstützung unseres Publikums, dem ich das diesjährige Festival widmen möchte, nicht möglich gewesen.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und gute Unterhaltung! Vielen Dank! Sidney Martins Festivalleiter
www.sidney-martins.de
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